25.12.2010 - 07.01.2011
12.03.2011 - 25.03.2011
16.04.2011 - 28.04.2011

Doppelzimmer:2.690,00 €
Einzelzimmer:2.990,00 €

19.02.2011 - 05.03.2011

Doppelzimmer:2.990,00 €
Einzelzimmer:3.490,00 €

Tel.:+49(0) 69 300 58 164
Fax:+49(0) 69 300 58 429
Email:info@nigoco.de

Add to: Mr. Wong Add to: Digg Add to: Del.icoi.us Add to: Yahoo Add to: Technorati Information

Die Vespa Geschichte


Der zweite Weltkrieg war verloren, die Fabrikanlagen in Pontedera seit 1943 fast völlig zerstörrt und außer einem provisorischen Firmensitz im norditalenischen Biella hatte Enrico Piaggio nur eine Idee.

Piaggio, damals 41 Jahre alt, war der Erbe eines Rüstungsimperiums, das vor dem Krieg mit 12.000 Mitarbeitern zu den größten Industrieunternehmen Italiens gehörte. Sein Vater Rinaldo gründete 1884 in Genua das Unternehmen, und fertigte zunächst Innenausstattungen für Schiffe. 1901 stieg Piaggio in den Waggonbau ein und fertigte später auch ganze Triebzüge und Oberleitungsbusse.

Nach dem 1. Weltkrieg begann die Firma mit Flugzeugreparaturen und später mit dem Bau von Flugzeugen zunächst in Linzenz. 1924 wurde Piaggio durch den Kauf einer Motorenfabrik in Pontedera ansässig, zwischen Pisa und Florenz gelegen. Hier wurde die Produktion innerhalb weniger Monate von LKW auf Flugmotoren umgestellt.

Als Rinaldo Piaggio 1938 starb, übernahm sein Sohn die Geschäfte und stand nun, nach verlorenem Krieg und zu Beginn des Jahres 1946, vor fast unlösbaren Aufgabe, die Produktion wieder aufzunehmen. Bereits im Jahre 1945 hatte Enrico zusammen mit seinem Bruder Armando über ein Produkt nachgedacht, das mit den noch vorhandenen Mitteln gebaut werden und das vor allem jetzt in der Nachkriegszeit zu einem Erfolg werden könnte. Dabei erinnerten sie sich an Minimotorräder die sowohl von den aliierten Luftlandetruppen, als auch von den italenischen Fallschirmsringern eingsetzt wurde. Dies war für Piaggio die Umsetzung maximaler Mobilität mit minimalen Mitteln, und das war die Idee für das Nachkriegs-Italien.

Zu Anfang des Jahres hatte er den Ingenieur Renzo Spolti mit der Konstultion und dem Bau eines Motorrollers beauftragt, der jedoch nur in sehr kleiner Stückzahl zu Erprobungszwecken gebaut wurde. Der MP5 oder auf Paperino genannte Roller hatte eine tunnelförmige Karosserie und daher keinen Durchstieg. Der Motor, ein Fremdfabrikat saß wie bei einem Motorrad zwischen den Rädern und war völlig abgekapselt. Enrico Piaggio verfolgte diese Konstruktion nicht weiter, sondern, beauftragte im Frühjahr 1946 den berühmten Flugzeugkonstrukteuer Corradino d` Ascanio mit einer völligen Neukonzeption.

Dieser Schritt erwies sich als entscheidende Weichenstellung zu einem Welterfolg. In nur 7 Wochen entwickelte d`Ascanio die Ur-Vespa, damals noch unter dem Namen MP6. Er schafft es, seine Vision und die Vorgaben eines recht anspruchvollen Lastenhelfers mit den widrigen Umständen einer Industie zu verbinden, die völlig am Boden lag.

Gefordert waren ein anspruchsloser und völlig gekapselter Motor, um Veschmutzungen des Fahrers zu vermeiden, sowie ein Beinschild, um ihn vor Straßenschmutz zu schützen. Außerdem sollte das Fahrzeug leicht sein sowie kleine Räder inklusive eines Reserverades haben. Besonders wichtig war für Piaggio eine bequeme Sitzposition, der freie Duchstieg und die Möglichkeit, das Fahrzeug ohne Kraftaufwand abstellen zu können.

All diese Vorgaben erfüllte d`Ascanio in Rekordzeit, ohne daß dabei die Machbarkeit aus dem Auge zu verlieren. Die Entscheidung zur selbstragenden Schaltenbauweise war aufgrund der noch vorhandenen Flugzeugpressen schell getroffen. Auch die Reifenfrage war schnell entschieden. Gummi war knapp, aber die Vorräte an Flugzeugreifen in der Größe 3,5x8 Zoll fanden schnell Verwendung. Die einseitige Radaufhängung erinnerte ebenfalls an ein Flugzeugfahrwerk. Aus der Not eine tugend zu machen, war das Gesetz der Stunde, und da d`Ascanio die Erfahrung mit kleinen Motoren völlig fehlte, griff er auf das zurück, was er kannte. Ein kleiner Einzylinder Zweitaktmotor, der in einem Jagtflugzeug als Anlasser diente, wurde übernommen. Der Gedanke, die Kraft des Motors direkt auf das Hinterrad zu übertragen war in zweierlei Hinsicht überragend. Erstens werden Teile wie Ketten, Kettenräder oder Riemenantriebe gespart und zweitens können Übertragungselemente, die nicht vohanden sind auch keine Leistung "fressen". Auch wenn das einseitige Anbringen des Motors direkt neben dem Hinterrad das Gleichgewicht der Vespa nie ganz gelungen war, diese Konfiguration der sogenannten Treibsatzschwinge ist noch heute das Rollermerkmal schlechthin.

Noch bevor der erste Roller rollen lernte, machte man sich bei Piaggio Gedanken um einen griffigen Namen. Wer schließlich den Geistesblitz hatte, dem Rollder den Namen "Vespa" (Wespe) zu geben, ist leider nicht überliefert. Welche Assoziationen zu dieser Namensgebung führte, wird jedoch schnell klar, wenn man den Motor der V98 einmal gehört hat. Er soll aber auch die schlanke "Wespentalie" gewesen sein, die zur Verbindung mit dem Insekt führte. Außer Frage steht heute, daß dieser passende einprägende Name entscheidend zum Erfolg der Vespa beitrug. Vespa kling in vielen Sprachen sympatisch und hat durch seine Endung auf "a" das Geschlecht des eigentlich männlichen Rollers eindeutig festgelegt.



Die Vespa war geboren


Die Geschichte hat uns die Vespa nicht als einfachen Motorroller übergeben. Vielmehr als "Mythos", als eine Art zu leben, zu denken und sich selbst zu verwirklichen. Im Wechsel der Jahrzehnte war Vespa Sprachrohr und Ausdruck der Gesellschaft. Sie hat die Fähigkeit, die gesellschaftlichen Entwicklungen zu erfassen und die neuen Trends der Mobilität umzusetzen. Vespa vermittelt seit jeher eine Botschaft, eine starke Idee, ein Signal des Jetzt und Heute. Heute ist sie städtisch geprägt. Dies ist der Grund, warum die Leute die heutzutage Vespa fahren, die Großstadtkultur am intensivsten ausleben. Die Vespa verkörpert die positive Vision der "lebendigen Stadt" und wird zum Ausdruck derselben. Der Umstand, dass Vespa immer aktuell und nie nostalgisch ist, macht aus ihr einen "lebendigen" Mythos, oder besser gesagt ein Kultobjekt. Sie bringt ihre eigene Persönlichkeit zum Ausdruck und verkörpert einen "zeitlosen Stil", der zwar stets sein "Gesicht" ändert aber nie sein eigenes Wesen verrät.

Vespa entsteht im Frühling des Jahres 1946. Dank der Intuition von Enrico Piaggio und des Projekts von Corradino D'Ascanio, dem genialen Luftfahrtkonstrukteur. D'Ascanio, der die Motorräder nicht liebt, entwickelt ein revolutionäres Fahrzeug. Er stellt sich ein Fahrzeug mit einem tragenden Aufbau vor und mit der Schaltung am Lenkrad. Er platziert den Motor am Hinterrad. Der am Vorderrad befindliche Tragarm (ähnlich einem Flugzeugfahrwerk), erlaubt einen einfachen Austausch des Rades.

Im April 1946 verlassen die ersten 15 Exemplare das Werk in Pontedera. Die erste Vespa ist ein echtes Nutzfahrzeug auf zwei Rädern. Ein Fahrzeug, das nicht einem unbequemen und lauten Motorrad ähnelt, sondern schon auf den ersten Blick Klasse und Eleganz ausstrahlt.

Der Erfolg der Vespa ist ein einzigartiges Phänomen. Ende 1949 wurden über 35.000 Exemplare produziert. Mitte der Fünfziger Jahre werden Vespas in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Belgien und Spanien produziert. Wenige Jahre später auch in Indien und in Indonesien. Die Vespa ist nicht "nur" ein Motorroller. Sie ist vielmehr ein Symbol des italienischen Stils und der italienischen Eleganz. Über 17 Millionen produzierte Einheiten belegen dies eindrucksvoll.

Die Vespa ist jedoch nicht nur ein wirtschaftliches Phänomen. In den Jahren der "Dolce Vita" wird die Vespa zum Inbegriff des Motorrollers. In Reportagen ausländischer Korrespondenten wird Italien als "das Land der Vespas" beschrieben. Die Rolle der Vespa in anderen Ländern wird von der Präsenz der Vespa in Hunderten von Filmen dokumentiert.